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Mit der optischen Qualität meines Teleskops bin ich
seit dem First Light sehr zufrieden: Die intra- und extrafokalen
Beugungsringe an Sternen sind identisch, Details an Planeten
sind knackscharf zu erkennen, und bei 300facher Vergrößerung
ist zumindest in unseren Breiten meistens das
Seeing der limitierende Faktor, nicht aber das Teleskop.
Dennoch wollte ich mich bei der Beurteilung der Güte
meines Maksutov-Cassegrain nicht allein auf den subjektiven
Eindruck verlassen. So bat ich Wolfgang Rohr [1] um eine genaue
Auswertung. Er ist in Astronomen-Kreisen nun wahrlich kein
Unbekannter und hat sich im Laufe der Jahre einen hervorragenden
Ruf als Optik-Tester erworben. Vor seinem erfahrenen Auge
(und seinem 40cm-Planspiegel!!) sollte das Teleskop nun auch
im Labor seine Fähigkeiten beweisen.
Zunächst wurde die Optik einem Foucault- bzw. Phasenkontrasttest
unterzogen: Damit wird die Gleichförmigkeit der Spiegelfläche
ebenso sichtbar gemacht wie eventuell vorhandene feinste Strukturen,
die durch das Polieren des Spiegels entstehen. Letztere sind
bei dem Spiegel des 7"-Maksutov kaum erkennbar, lediglich
ein zarter Hinweis auf eine Überkorrektur ist auszumachen.
Anschließend war der Ronchi-Gitter-Test mit 10 Linien
pro Millimeter an der Reihe: Idealerweise verlaufen
die Linien parallel zueinender. Ein bauchiges Auseinanderlaufen
intrafokal ist ein Zeichen von Überkorrektur, sanduhrförmige
Linien deuten Unterkorrektur an. Bei dem getesteten Telskop
ist also eine geringfügige Überkorrektur zu sehen.
Auch beim Interferogramm sollten die Linien eines
idealen Spiegels parallel zueinander laufen. Der Abstand zwischen
zwei Streifen beträgt Lambda 1/2, in diesem Fall also
266 Nanometer, da mit grünem Laserlicht bei einer Wellenlänge
532 nm gemessen wurde. Die leichte beidseitige Durchbiegung
zeigt wiederum eine minimale Überkorrektur an.
Häufig wird bei rotem Licht mit 640 nm
gemessen, was das Ergebnis um 20 Prozent "schönt".
Auf diese Weise kann ein Spiegel, der im Grünen einen
Peak-to-Valley-Wert von 1/4 zeigt, leicht auf PV=1/5 "verbessert"
werden. Wenn ein Hersteller also mit einem bestimmten PV-Wert
wirbt, sollte man wissen, bei welcher Wellenlänge gemessen
wurde. Bei dem getesteten Teleskop liegt dieser Wert etwa
bei Lambda=1/7 im Grünen, das heißt die Abweichung
vom Ideal beträgt 76 Millionstel Millimeter!
Zum Vergleich: Entspräche ein Millimeter
der Gipfelhöhe des Mt. Everest (8848 m) und wollte ein
Bergsteiger mit einer Präzision von 76 Millionstel seine
aktuelle Höhe über Normalnull angeben, müsste
dies mit einer Genauigkeit von 67 cm geschehen!
Anschließend wollten wir wissen, wie es um die Rotationssymmetrie
bestellt ist: Das Teleskop ist frei von Astigmatismus!
Ein ordentlicher PV-Wert allein sagt noch nicht viel über
die Güte eines Spiegels aus, denn er wird nur an einer
Stelle gemessen. Diese könnte auch nur zufällig
gut sein, während der Rest des Spiegels eine katastrophale
Qualität aufweist. Aus diesem Grund misst man einen Spiegel
an zahlreichen Punkten und bildet daraus einen statistischen
Wert, der als Root-Mean-Square (RMS) bezeichnet wird. Hier
wurde über 5.000 Messpunkte ein vorzüglicher Wert
von RMS = 0.027 (=1/37) ermittelt. Der Strehl-Wert beträgt
0.97, das heißt 97% des einfallenden Lichts werden vom
Spiegel reflektiert.
Wolfgang Rohrs zusammenfassender Kommentar:
"Intes-Geräte sind tatsächlich eine Klasse
für sich!"
© für die Auswertungsbilder bei
Wolfgang Rohr
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